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Verantwortung für sich und Mr. X

Wie ich vor einigen Tagen hier und hier schon berichtete, bin ich aktuell im Prozess der DKMS zur Knochenmarkspende. Gestern habe ich wieder Post erhalten, dass die Laborwerte alle gut sind und ich somit endgültig als Spender qualifiziert bin.

Heute ist der 19.06., d. h. es sind noch genau 10 Tage bis zur eigentlichen Spende und damit befinde ich mich auf der Zielgraden. Das heißt jedoch gleichzeitig, dass ich ab heute – über das alltäglich Maß hinaus – eine besondere Verwantwortung für mich und meinen Körper habe. Ab heute würde ein nachträglicher Verzicht bzw. die Unmöglichkeit zu spenden , dem Patienten (hier: Mr. X) höchstwahrscheinlich das Leben kosten. Da die Empfänger einer Knochenmarkspende eine Chemotherapie durchlaufen müssen, um die kranken Blutzellen zu vernichten, wird eben auch ihr Knochenmark zerstörrt. So wurde es mir erklärt. Diese Behandlung erreicht die 10 Tage vor der Spende eine solche Wirkung, dass ein Zurück nicht mehr möglich ist.  Damit bin ich ganz explizit auch für das Leben (bzw. die Chance zu überleben) des Patienten verantwortlich.

Im ersten Moment lässt dieses Bewusstsein einen schwer schlucken. Andererseits rettet man im besten Falle das Leben eines kranken Menschen und das ist ohne Frage wert, einige Tage etwas kürzer zu treten und auf Bungee-Jumping zu verzichten. Und in Watte packen ist wohl auch zu übertrieben…

PS: Ab Mitte nächster Woche geht es mit den Spritzen los. Ich werde über jeden Einstich berichten…;-)

DKMS – Voruntersuchung durch

An dieser Stelle nur ein kurzes Update zum DKMS-Post vor einige Tagen: Gestern war ich beim Frankfurter Blutspendedienst und habe die Voruntersuchung absolviert. Nach Bergen von Papierkram, den ich lesen musste, einer Urinprobe und etwas Wartezeit, wurde mir das Vorgehen bei der Spende selbst erläutert. Zudem wurde ich über eventuelle Risiken aufgeklärt und meine Milz auf Auffälligkeiten untersucht. Nachdem ich zusätzlich gefühlte 20 Röllchen Blut lassen durfte,

bekam ich noch einen ganzen Beutel voller Spritzen, die ich mir Ende des Monats vorbereitend selbst in die “Bauchspeckfalte” werde jagen dürfen. Sollten meine Blutergebnisse erwartungsgemäß in Ordnung sein, wird es dann langsam ernst.

Bis zu zehn Tage vor der eigentlichen Spende kann ich mich noch dagegen entscheiden. Ab diesem Zeitpunkt wird der Patient auf die Spende vorbereitet, indem sein eigenes Knochenmark zerstört wird. Somit tragen die Spender – somit auch ich – ab diesem Stichtag die Verantwortung für den Empfänger der Spende mit. Eine gewisse Last, die einem auferlegt wird und doch gleichzeitig eine große Möglichkeit, etwas Gutes und Sinnhaltiges zu tun.

PS: Da man bei der Spende selbst ca. 5 Stunden “an der Maschine” hängt und seine Arme nicht wirklich bewegen kann, wurde mir angeraten, mir eigene DVDs mitzubringen. Habt ihr Film-/DVD-Empfehlungen, die ich mir bis dahin unbedingt besorgen sollte?

Wenn die DKMS drei Mal klingelt

Eigentlich bin ich vor langer Zeit – damals noch als ordentlich immatrikulierter Student – mehr zufällig in die Roadshow der DKMS reingeplatzt. Damals nahmen Medizin-Studenten Blutproben von Freiwilligen für die Knochenmarkspenderdatei. Da hier kein Risiko bestand und ich potentiell Menschen in Not helfen konnte, füllte auch ich ein Röllchen. Positiver Nebeneffekt: Ein kurzer Check auf Krankheiten (u. a. HIV) war mit Abgabe der Blutprobe sozusagen inbegriffen.

Lange hörte ich  nichts von der DKMS. Lediglich hin und wieder einer dieser Massenbriefe, dass die DKMS noch besteht, welche Aktionen in naher Zukunft geplant sind etc. Anfang dieses Jahres kam  jedoch etwas Musik ins Spiel: Ein Brief der DKMS lag im Briefkasten, der besagte, dass ich zu einem erweiterten Kreis von potentiellen Spendern gehöre, die einem an Leukämie erkrankten Menschen helfen könnten, die Krankheit zu besiegen. Der Brief wurde zeitgleich mit einem Anruf der DKMS-Hotline begleitet, über die ich wirklich freundlich und kompetent beraten wurde. Ich wurde gebeten eine weitere Blutprobe abzugeben, um eine finale Typisierung durchzuführen und so sicherzustellen, dass ich gänzlich zu dem genannten Patienten passe. Also gesagt getan und ab mit dem vorgefertigten Päckchen in den Briefkasten. Continue reading ‘Wenn die DKMS drei Mal klingelt’