Nein, GRT ist keine neue Variante vom Getting Things Done-Prinzip. Es ist viel mehr ein Ausmisten 2.0, ein “Dinge loswerden, über die man täglich stolpert” und ein bisschen persönliche Retrospektive ist es auch. Aber worum geht’s nun genau?
Wer kennt das nicht? Eigentlich ist man überzeugt davon, dass man eigentlich gar nicht so viele Dinge besitzt. Außerdem würde man bei 99% aller Dinge, die man sein eigen nennt, im ersten Moment fest und steif behaupten, diese Gegenstände seien überlebenswichtig und dürfen nicht einfach so weggeschmissen bzw. -gegeben werden. Kommt man während der ein oder anderen schlaflosen Nacht nicht doch zu der Erkenntnis, dass die Wohnung doch von viel zu vielen ungenutzten oder gar unnützen Dingen belagert wird, trifft es einen spätestens beim nächsten Unzug wie ein Schlag. Aussagen wie “Wo kommen denn all diese Sachen her” und “Ich hätte nie gedacht, dass ich soviel Zeug’s habe” kennt wohl jeder von seinem eigenen oder aber Umzügen von Familie, Freunden etc. Und eben dieses “Zeug’s” kommt jetzt weg!
Inspiriert von @karinfriendli‘s Projekt Bye Bye Bye, bei der sie sich nicht mehr genutzter Dinge entledigt und dies in ihrem Blog beschreibt, werde ich nun eine ganz ähnliche Aktion starten. Ab heute werde ich ein Jahr lang jeden Tag einen Gegenstand (Thing) aus meinem Besitz bzw. meiner Wohnung herausfischen und mich dessen entledigen. Hierbei werden die Gegenstände in eine der drei V-Kategorien eingeordnet:
- Verschrotten (sprich: Wegwerfen aka Müll)
- Verschenken (vielleicht an Dich?)
- Verkaufen (wohl hauptsächlich über eBay)
Ich denke, die Systematik ist selbsterklärend. Zu jedem Gegenstand werde ich natürlich ein paar (oder manchmal auch mehr) Worte schreiben, deren bisherigen Geschichte (sofern vorhanden) erzählen und mindestens ein Foto posten. Mit Ausnahme der zu verkaufenden Gegenstände werden die zu verschenkenden bzw. zu verschrottenden Dinge eine Woche nach der Urteilsfällung aufgehoben, so dass ihr die Chance habt, euch zu melden, wenn ihr Interesse an dem jeweiligen Gegenstand habt. Hier gilt die Regel: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Wer in den Kommentaren kenntlich macht, dass er den Gegenstand gern sein eigen nennen möchte, darf sich diesen gerne bei mir abholen oder aber (gegen entsprechendes Porto) von mir zuschicken lassen. Nochmal: Ihr dürft euch auch gerne um Gegenstände bemühen, die ich ursprünglich als Verschrotten kategorisiere. Wenn ihr darin mehr Nutzen seht als ich, umso besser! :-) Sollte nach sich nach sieben Tagen keiner zu dem jeweiligen Gegenstand gemeldet haben, wird dieser entweder entsorgt oder an gemeinnützige Einrichtungen gegeben, sofern es dort entsprechenden Bedarf gibt.
Wieso ich das mache? Nun das hat mehrere Gründe. Einerseits bin ich seit meinem letzten Umzug (siehe oben) der festen Überzeugung, ich habe einfach zuviel Kram, den ich entweder nie gebraucht habe oder mittlerweile nicht mehr brauche. Außerdem ist es im Hinblick auf den abzusehenden Einzug meiner Freundin wohl mehr als ratsam, hier ein wenig Platz zu schaffen. Denn bekanntlich wird die Wohnung mit der Anzahl ihrer Bewohner nicht automatisch größer :-) Außerdem eignet sich (vor allem die zweite Jahreshälfte von GRT) äußerst gut, um die dann im gemeinsamen Haushalt doppelt bestehenden Gegenstände, die man aber – wenn überhaupt – nur in einfacher Ausführung braucht, gleich wieder aus den eigenen vier Wänden zu verbannen. Außerdem: Vielleicht findet ja einer von euch noch Verwendung dafür!? Und sei es als Buchstütze oder Sofabein-Ersatz.
Last but not least der eigentlich wichtigste Grund: Ich verspreche mir viel Spaß aus dem Zurückdenken daran, wie der ein oder andere Gegenstand in meinen Besitz gekommen ist bzw. was ich mit diesem so erlebt habe. Darüber hier zu schreiben macht das Ganze rund, da ich so gezwungen werde, mir eben diese Gedanken zu machen und keine GeEfahr besteht, dass der jeweilige Gegenstand einfach nur im nächsten Mülleimer landet.
Es erwarten ab jetzt also 365 verschiedene Gegenstände aus meinem Besitz auf euch inkl. mit Fotos, Geschichten, in Text gefassten Tränen und selbstverständlich auch Lachen. Und natürlich könnt ihr Besitzer dieser Dinge werden. Damit das jedoch funktioniert und ich nicht die selbst nur schweren Herzens abzugebenden Dinge in den Mülleimer versenken muss, wäre es super, wenn ihr von der Aktion sprecht, schreibt, twittert oder auch singt… :-)
Nun ist aber gut mit dem Drumherum! Ich begebe mich auf die Suche nach dem ersten Gegenstand, der heute noch das Urteil über seine Zukunft gelesen bekommt!
PS: Vielen Dank an @karinfriendli, die mich durch ihre Aktion motiviert hat, auch hier endlich mal “klar Schiff zu machen”!
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